Wir prüfen Aufbau, Sensorausrichtung, Fotolinie, Eichung, Messprotokoll und die gespeicherten Messdaten der Messung.
Ihre Verteidiger, wenn der eso ES 3.0 Sie geblitzt hat
Der eso ES 3.0 ist der Vorgänger des ES 8.0 und noch immer vielerorts im Einsatz: ein Einseitensensor, der am Fahrbahnrand steht und Fahrzeuge über Helligkeitsprofile misst. Anders als manche Nachfolgegeräte speichert er Messdaten, mit denen sich die Messung nachträglich überprüfen lässt — deshalb steht beim ES 3.0 die Rechtsprechung zu Rohmessdaten im Mittelpunkt. Für den Einspruch gilt grundsätzlich eine Frist von 2 Wochen ab Zustellung des Bußgeldbescheids. Eine Übersicht aller gängigen Geräte finden Sie unter Messgeräte.
Was nach einer ES 3.0-Messung jetzt wichtig ist.
Gerade beim mobilen Einsatz entscheidet die Sorgfalt der Messbeamten vor Ort. Ob alles korrekt lief, zeigt erst die Messakte samt Messdaten — nicht der Bescheid.
Nach Zustellung des Bußgeldbescheids bleiben grundsätzlich nur 2 Wochen für den Einspruch.
Was drohen kann, hängt von der Überschreitung ab — alle Regelsätze im Ratgeber Zu schnell gefahren.
So misst der Einseitensensor ES 3.0.
Der Sensorkopf steht auf einem Stativ am Fahrbahnrand. Mehrere optische Sensoren erfassen die Helligkeitsprofile eines vorbeifahrenden Fahrzeugs — also die charakteristischen Hell-Dunkel-Muster, die es beim Passieren erzeugt. Aus dem zeitlichen Versatz zwischen den Sensoren und dem bekannten Sensorabstand errechnet das Gerät die Geschwindigkeit. Eine räumlich getrennte Fotoeinheit löst das Beweisfoto aus, wenn das Fahrzeug die Fotolinie erreicht.
- Mobiler Einseitensensor: schnell auf- und abgebaut, häufig an wechselnden Messstellen
- Misst beide Fahrtrichtungen und mehrere Fahrspuren
- Speichert Messdaten, mit denen sich die Messung durch Sachverständige nachvollziehen lässt
- Vorgänger des eso ES 8.0 aus demselben Hause
Warum die Fotoposition so wichtig ist
Das Foto entsteht erst, wenn das Fahrzeug die Fotolinie erreicht — in festgelegtem Abstand zur Sensorlinie. Steht die Fotoeinheit falsch oder ist die Fotolinie nicht korrekt eingemessen, kann der Messwert dem falschen Fahrzeug zugeordnet werden, vor allem bei dichtem Verkehr oder Gegenverkehr im Bild.
Wie Gerichte den ES 3.0 und Rohmessdaten bewerten.
Beim ES 3.0 dreht sich vieles um die Frage, ob und wie die gespeicherten Messdaten nachvollzogen werden können — hier haben Verfassungsgerichte den Betroffenenrechten den Rücken gestärkt.
Der ES 3.0 gilt nach verbreiteter obergerichtlicher Rechtsprechung als standardisiertes Messverfahren. Gerichte dürfen den Messwert dann ohne Sachverständigengutachten zugrunde legen — allerdings nur, solange keine konkreten Anhaltspunkte für Fehler bestehen.
Der Verfassungsgerichtshof des Saarlandes entschied am 05.07.2019 (Lv 7/17) zum TraffiStar S350: Ohne speicherbare Rohmessdaten fehlt die Nachprüfbarkeit, die Messung ist im Saarland unverwertbar. Die Entscheidung prägt die bundesweite Debatte, bindet rechtlich aber nur im Saarland.
Das Bundesverfassungsgericht hat 2020 den Anspruch auf Zugang zu vorhandenen Informationen auch außerhalb der Bußgeldakte gestärkt (Beschluss vom 12.11.2020 — 2 BvR 1616/18). Ob die konkret verlangten Rohmessdaten dazugehören, ist im Einzelfall zu klären — genau hier setzen wir an.
Typische Angriffspunkte beim eso ES 3.0.
Ob eine Messung angreifbar ist, zeigt sich meist erst nach Akteneinsicht. Bei ES 3.0-Messungen prüfen wir unter anderem folgende Punkte.
Wurde der Sensorkopf vorgabegemäß ausgerichtet — Abstand zum Fahrbahnrand, Neigung, freie Sicht ohne Hindernisse?
Ist die Fotolinie korrekt eingemessen und dokumentiert? Passt die Fahrzeugposition im Foto zur berechneten Fotolinie?
Wurden die gespeicherten Messdaten vollständig herausgegeben, damit ein Sachverständiger die Messung nachvollziehen kann?
Bei Kolonnen- oder Gegenverkehr stellt sich die Frage, ob der Messwert wirklich dem abgebildeten Fahrzeug gehört.
War das Gerät gültig geeicht? Sind Messprotokoll, Schulungsnachweise und Beschilderung lückenlos dokumentiert?
Wurde die richtige Toleranz abgezogen — und ist die Person auf dem Foto zweifelsfrei identifizierbar?
Welche Toleranz beim ES 3.0 gilt.
Vom gemessenen Wert wird vor der Ahndung eine Messtoleranz abgezogen. Erst der bereinigte Wert entscheidet über Bußgeld, Punkte und Fahrverbot.
| Gemessene Geschwindigkeit | Regelmäßiger Toleranzabzug |
|---|---|
| bis 100 km/h | 3 km/h |
| über 100 km/h | 3 % des Messwerts |
So prüfen wir Ihre ES 3.0-Messung.
Von der ersten Einschätzung bis zur Verteidigung — den kompletten Ablauf erklärt So funktioniert's.
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Sie senden Bußgeldbescheid, Anhörungsbogen oder Blitzerfoto digital an uns — über die kostenlose Fallprüfung.
Ersteinschätzung
Wir ordnen kurzfristig ein, was droht und ob ein Einspruch sinnvoll ist — und klären die Rechtsschutz-Deckung.
Einspruch & Akteneinsicht
Bei Beauftragung sichern wir die Frist und fordern Messakte, Eichschein, Messprotokoll und die gespeicherten Messdaten an.
Verteidigung
Wir greifen Aufbau, Fotoposition, Rohmessdaten oder Fahreridentifikation gezielt an und verhandeln mit Behörde oder Gericht.
Häufige Fragen zum eso ES 3.0.
Wie funktioniert der eso ES 3.0?
Was sind Rohmessdaten und warum sind sie beim ES 3.0 wichtig?
Welche Bedeutung hat das Urteil des VerfGH Saarland?
Welche Toleranz wird beim eso ES 3.0 abgezogen?
Lohnt sich ein Einspruch gegen eine ES 3.0-Messung?
Weitere Messgeräte im Überblick.
Der Nachfolger des ES 3.0 — Einseitensensor mit Fotolinie und eigenen Angriffspunkten.
Zum Ratgeber Jenoptik TraffiStar S350Das Lasergerät, um das die Saarland-Rechtsprechung zu fehlenden Rohmessdaten geführt wurde.
Zum Ratgeber Alle MessgerätePoliScan, TraffiStar, eso & Co. — alle gängigen Blitzertypen und ihre Schwachstellen im Überblick.
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